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Schnellladen - Batteriekiller oder Notwendigkeit gegen Reichweitenangst?

Auf den ersten Blick erscheint das Schnellladen von Elektrofahrzeugen als idealer Weg um die Reichweitenangst der Autofahrer zu beseitigen. Eine verkürzte Ladezeit und die Verfügbarkeit von Schnellladesäulen machen das Fahren mit Elektroautos kurzfristig attraktiver. Die Schnelladesäulen mit ihren großen Steckern und den schweren Kabeln sind allerdings nicht nur unkomfortabel sondern bergen durch den Starkstrom auch größere Gefahren. Langfristig entstehen auch höhere Kosten. Mindestens 10% mehr Batterielebenserwartung bzw. -kapazität bringt der Verzicht auf das Schnellladen nach 8 Jahren. Das ist die mittlerweile offizielle Zahl von Herstellern wie Mitsubishi und Nissan. Bei einer Mio. Elektrofahrzeugen und einem heutigen Batteriepreis von 6.000 Euro für 20 kWh sind das schon 600 Mio. Euro. Selbst wenn die Minimierung der Batteriedegradation beim Schnellladen gelingen sollte, so bleibt doch immer die Netzbelastung mit den Folgekosten. Das stellt auch eine Studie für Clintons C40-Städte fest 4. Insgesamt werden Fahrzeugbatterien, Fahrzeugperipherie, Ladepunkte, Ladestromkosten, Netzinfrastruktur, Kraftwerkpark, Netzmanagementmaßnahmen und stationäre Speicher durch den Fokus auf das Schnellladen unnötig verteuert - auch wenn die Schnellladesäulen verschenkt werden, wie das Nissan aktuell in Europa bezeichnenderweise macht 5: Die Systemkosten für die Elektromobilität und der Energieverbrauch steigen ungerechtfertigterweise. Blickt man in die Zukunft, so sind niedrigere Batteriepreise (s. Mediathek) und höhere Reichweiten zu erwarten, die die Notwendigkeit von Schnellladen verringern. (Aus: http://www.pt-elektromobilitaet.de/projekte/pkw-feldversuche/abschlussbe... Abschlussbericht über die Ergebnisse der Begleitforschung kabelloses Laden)