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Scania testet 2016 induktiv geladene Elektrobusse - Bombardier-Technologie mit bis zu 200 kW Leistung

18.12.14

Der schwedische Fahrzeughersteller Scania hat 2013 erstmals induktiv geladene Nutzfahrzeuge getestet (vgl. News 10/2013). Damals waren es elektrische Lkws, die mit der Primove-Technik von Bombardier geladen wurden, jetzt soll ein kabellos geladener Hybrid-Elektrobus getestet werden. Für den Alltagstest, der zusammen mit dem schwedischen Royal Institute of Technology (KTH) durchgeführt wird, erhält Scania umgerechnet rund eine Million Euro vom schwedischen Energieministerium.

Der Bus soll an einer umgerüsteten Haltestelle induktiv geladen werden. Dabei kann das Fahrzeug über eine 2 x 1 Meter große Pickup-Spule am Unterboden Strom mit bis zu 200 kW Leistung beziehen. Der Ladevorgang soll ohne manuellen Eingriff in sechs bis sieben Minuten geschehen, während die Fahrgäste ein- und aussteigen. Würde die schwedische Stadt Södertälje ihre gesamte Flotte aus 2.000 Bussen umrüsten und die nötige Ladeinfrastruktur installieren, könnte sie laut Scania 50 Millionen Liter Treibstoff pro Jahr sparen.

Noch ist allerdings nicht entschieden, wie der Strom am kostengünstigsten in die Fahrzeuge gelangt. Daher sollen ab Juni 2016 in Södertälje sowohl induktive Kabellosübertragung von der Straße in den Fahrzeug-Unterboden, als auch das Kabelladen über das Dach getestet werden. Bei letzterem kooperiert Scania mit Siemens. Das eHighway-System wurde bereits im Rahmen des deutschen Begleitforschungsprojektes Enuba II getestet, das noch bis Ende 2014 läuft.  Auf einer zwei Kilometer langen Teststrecke in Groß Dölln bei Berlin wurde die Energieübertragung via Oberleitung getestet. Insgesamt soll der Lkw dabei bis zu 90 km/h schnell fahren und dabei 200 kW über das Dach aufnehmen.


Schematischer Aufbau des induktiven Ladesystems für Elektrobusse (Grafik: Scania)

Zur Originalquelle (Scania, Dezember 2014)

Zur Originalquelle (Siemens, 3/2013)

Zur Originalquelle (Scania, 10/2013)