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INTIS erprobt kabelloses Laden während der Fahrt - Flache 23mm-Spulen übertragen 60 kW - 1 Mio. Euro vom BMVBS

24.06.13

Die Firma INTIS GmbH (Integrated Infrastructure Solutions) in Lathen erprobt berührungsloses Stromtanken von Elektrofahrzeugen während der Fahrt. In einer Halle der stillgelegten Transrapid-Versuchsanlage in Lathen (Emsland) wird die induktive Energieübertragung untersucht. Dafür wendet das Unternehmen eine Million Euro auf, eine weitere Million Fördergelder steuert das Bundesverkehrsministerium (BMVBS) bei. Vor allem in Ballungsräumen, für öffentliche Verlehrsmittel oder Taxis komme das System in Frage, so INTIS-Geschäftsführer Ralf Effenberger. Bis Ende 2013 werden zwei Fahrzeuge getestet werden: Eine vom Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme (IVI) entwickelte Autotram und ein Elektro-Sportwagen, der vom Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und angewandte Materialforschung (IFAM) bereitgestellt wird. Der Luftspalt zwischen Fahrbahn und Abnehmerspule am Fahrzeug ist 15 cm groß. Bisher konnten Leistungen bis 60 kW erfolgreich übertragen werden. INTIS, eine 2011 gegründete Tochtergesellschaft der IABG GmbH, nennt die kabellose Energieübertragung während der Fahrt "Inductive Power Road" (IPR).

Die fahrzeugseitigen Spulen sind besonders flach (23 mm), was dem begrenzten Bauraum moderner Fahrzeuge sehr entgegenkommt. Sie wiegen derzeit 60 kg. Induktives Laden während der Fahrt könnte viele momentane Hindernisse zur Verbreitung der Elektromobilität aus dem Weg räumen: Kleinere Fahrzeugbatterien reduzieren die Anschaffungskosten erheblich. Außerdem wird die Batterielebensdauer verlängert. Langfristig werden die Betriebskosten erheblich reduziert, da Induktivladesysteme nahezu verschleiß- und wartungsfrei sind. Da für das Laden der Fahrzeugbatterien kein Kabel mit dem Stromnetz verbunden werden muss, können Elektrofahrzeuge - sofern der Elektroauto-Nutzer dem zustimmt - uneingeschränkt für das Management von Lasten im Stromnetz eingesetzt werden (vgl. Abschlussbericht kabelloses Laden). 

Zur Originalquelle (INTIS GmbH, abgerufen am 24.6.2013)