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Hauptergebnisse der Begleitforschung kabelloses Laden (BFKL)

Induktives Laden stellt sich in der Begleitforschung kabelloses Laden als wichtiger Baustein der Energiewende dar. Geringfügige Nachteile beim technischen Wirkungsgrad werden durch die automatische Netzstabilisierung und Batterielebensdauererhöhung mehr als ausgeglichen. Im Vergleich zum kabelgebundenen ist das kabellose Laden ab ca. 2015 hinsichtlich des Wirkungsgrads ebenbürtig. Der heute schon im Schnitt erreichte Wirkungsgrad der resonanten Induktionsladung von 90% wird sich bis 2015 auf eine Größenordnung von 95% steigern lassen, da in diesen Anfangsjahren der noch jungen Technologie mit einer steilen Lernkurve zu rechnen ist. Zur Wirkungsgradbetrachtung gehört nicht nur der reine Ladewirkungsgrad, sondern der gesamte Systemwirkungsgrad. Dieser verbessert sich durch das nutzer-, netz- und batteriefreundliche kabellose Laden mit geringer Ladeleistung und Ladedauer aufgrund hoher steuerbarer Regel-mäßigkeit und Automatisierbarkeit des Ladeprozesses. Damit sinken auch die Lebenszykluskosten schnell unter die des kabelgebundenen Ladens. Ab einem Zeitfenster um 2015 wird die Umständlichkeit des Ladevorgangs die Reichweitenangst als Kaufhinderungsgrund für Elektrofahrzeuge ablösen. Ab dann wird das kabellose Laden wesentlich zur Verbreitung der Elektromobilität beitragen:

  • Schon heute ist der Ladevorgang der zweitwichtigste „Deal Breaker“. Das stand zwar schon immer so in den Studien, wurde aber im Gegensatz zur Reichweite kaum aufgegriffen.
  • Die Ladeproblematik wurde bisher als unumgänglich akzeptiert, die Reichweitenproblematik nicht. Dieses Verhältnis wird sich umkehren, weil die Reichweiten schneller als erwartet zunehmen werden und beim Laden mit „kabellos“ eine Option für Kaufinteressenten schon ab 2013 bevorsteht.
  • Die Verbraucher lernen schnell wie viel Reichweite sie tatsächlich brauchen und für welches Fahrprofil sich Elektrofahrzeuge eignen. Auch dadurch wird die Reichweitendiskussion gegenüber der Ladedebatte zurücktreten.
  • Nachteile des Ladekabels wie Kosten die aufgrund von Vandalismus, Diebstahl, Verschmutzung und Verschleiß entstehen rücken mit zunehmender Verbreitung und Erfahrung mehr in das Bewusstsein.
  • Mit Hilfe von Parkassistenzsystemen wird die Kopplung der Spulen millimetergenau und vollautomatisch gelingen. Das fahrerlose, vollautonome Einparken (Valet Parking) wird zum Haupttreiber des kabellosen, vollautomatischen Ladens.

Langsam Laden genügt ab 2015 nicht nur, sondern ist vor dem Hintergrund der Energiewende und ohnehin schon seit Jahren steigender Netzbelastung als reguläres Standardladen dringend geboten. Damit erhöht sich auch die Wettbewerbsfähigkeit des kabellosen Langsamladens mit 3,3 kW Ladeleistung (Haushaltssteckdose) gegenüber dem Schnellladen (mit 22 kW):

  • Pendlermobile und Fuhrparkfahrzeuge sind ein ausreichend großer Markt für die nächsten 10 Jahre, sie fahren planbare Touren und bleiben mit ihrer Tagesfahrleistung weit unter den heute schon möglichen Reichweiten. Das kabellose Langsamladen passt sehr gut zu diesen Fahrprofilen. Wenn man sich dieses Markteintrittssegment nach den Gesetzen des Marktes entwickeln lässt wird Schnellladen bei diesen Fahrprofilen und in diesem Zeitraum nicht gebraucht.
  • Kabelloses und somit vollautomatisiertes Langsamladen kann sich zusammen mit entsprechenden Fahrzeugflotten ab 2015 über Systemdienstleistungen zur Netzstabilisierung selbst finanzieren wenn die Politik die dafür einzig notwendige Rahmenbedingung schafft, nämlich lastvariable Stromtarife in Echtzeit und minutenaktuell.

Abschlussbericht BFKL (473 S.) als PDF zum Download